Was ist das Label „Brau-Gemeinde“?
Es handelt sich um eine Auszeichnung, die von der Expertenjury der beBeer-Gemeinschaft an europäische Städte und Gemeinden verliehen wird, die ihr Brauerbe aufwerten. Dieses Label würdigt das lokale Engagement für handwerklich gebrautes Bier, für die lokalen Brauereien und ihre Förderer (Estaminets und Bars, Veranstaltungen, kulturelle Orte usw.). Es gibt drei Stufen der Auszeichnung, dargestellt durch 1, 2 oder 3 „Hopfen“, sowie einen Sonderpreis: den Goldenen Hopfen, der jedes Jahr von der Jury verliehen wird.
Ist das Label „Brau-Gemeinde“ ein offizielles oder normatives Label wie eine ISO-Norm?
Nein, das Label „Brau-Gemeinde“ ist kein Label vom ISO-Typ. Es handelt sich weder um eine offizielle Zertifizierung, die von einer international anerkannten Stelle ausgestellt wird, noch um eine Industrienorm mit externem Audit. Es ist eine qualitative Anerkennung, die von der beBeer-Jury — bestehend aus Experten aus der lokalen, regionalen, brautechnischen und touristischen Welt — im Rahmen ihres europäischen Netzwerks zur Aufwertung des Brauerbes vergeben wird.
Worauf beruht die Vergabe des Labels „Brau-Gemeinde“?
Das Label wird auf Antrag vergeben, auf der Grundlage eines Rasters objektiver Kriterien: Vorhandensein von Brauereien oder Mikrobrauereien, lokale Veranstaltungen, Spezialitäten auf Bierbasis, Maßnahmen zur Tourismusförderung usw. Die Bewertung wird von der beBeer-Jury durchgeführt, die aus Experten der lokalen, regionalen, brautechnischen und touristischen Welt besteht. Dieses Label fügt sich vor allem in eine Logik der territorialen Aufwertung ein: Es ermöglicht einer Gemeinde, ihre Brauidentität zu erzählen, ihre lokalen Akteure zusammenzuführen und ihre touristische Attraktivität zu stärken.
Wer hat Zugang zum Label?
Jede am europäischen Netzwerk der Braustädte und -gemeinden teilnehmende Gemeinde kann sich um das Label bewerben. Das Netzwerk steht den Gemeinden der 27 EU-Länder sowie der Länder des Europarats offen und ist an einen jährlichen Beitrag gebunden (150 €, 300 € oder 500 € je nach Größe der Gemeinde). Sobald die Gemeinde Teil des Netzwerks ist, ist der Zugang zum Labeling-Verfahren kostenlos.
Wer kann seine Bewerbung für das Label einreichen?
Die Bewerbung kann entweder direkt von der Gemeinde oder von einer lokal ansässigen öffentlichen oder halböffentlichen Einrichtung (z. B. Fremdenverkehrsamt, Museum, lokale Entwicklungsagentur) eingereicht werden, sofern die Gemeinde ihr Einverständnis gegeben hat. Pro Gemeinde wird nur eine Bewerbung angenommen.
Wann muss die Bewerbung eingereicht werden?
Die Einreichung kann zu jeder Zeit des Jahres erfolgen. Es ist jedoch ratsam, dies so bald wie möglich zu tun, um das Label während der gesamten touristischen Saison nutzen zu können. Bewerbungen nach dem 15. November werden automatisch auf das folgende Jahr verschoben. Der Bewertungsprozess dauert maximal einen Monat.
Was erhält eine ausgezeichnete Gemeinde?
Eine Gemeinde, die das Label erhalten hat, bekommt eine offizielle Plakette (per Post verschickt), verfügt über eine Darstellung im europäischen digitalen Führer und in der App „beBeer en poche“, erhält ein Werbekit (mit Pressemitteilungsvorlagen, Kommunikationsideen, Visuals usw.), und das Labeling wird in den sozialen Medien von beBeer hervorgehoben. Es ist ein echter Hebel für Sichtbarkeit und lokale Entwicklung rund um den Biertourismus.
Welche Auswirkungen hat dies für die Gemeinde?
Über die offizielle Anerkennung hinaus hilft das Label, Bierliebhaber, Touristen und am lokalen Erbe Interessierte anzuziehen. Es wertet die wirtschaftlichen Akteure auf (Brauer, Gastronomen, Veranstalter) und trägt dazu bei, das Identitätsbild der Gemeinde durch den Reichtum ihrer Braukultur zu stärken. „Auf der europäischen Landkarte des Biertourismus zu stehen“ — dank beBeer und der Dynamik der lokalen Akteure — ist ein nicht zu vernachlässigender Vorteil für die Sichtbarkeit und Attraktivität der Gemeinde, sowohl regional als auch international.
Welche Kriterien gelten für den Erhalt des Labels?
Die Bewertung beruht auf einem Raster von 10 Kriterien, die mit der Intensität der lokalen Braupräsenz verbunden sind: Brauereien, Mikrobrauereien, Estaminets, dem Bier gewidmete Orte, Veranstaltungen, Bruderschaften, Fachgeschäfte, Restaurants, kulinarische Spezialitäten auf Bierbasis und Maßnahmen zur Tourismusförderung. Jedes Element zählt für eine bestimmte Punktzahl. Für 1 Hopfen sind 50 Punkte erforderlich, für 2 Hopfen 70 und für 3 Hopfen 90. Ein Sonderpreis „Goldener Hopfen“ wird von der Jury ebenfalls in jeder Kategorie je nach Größe der Gemeinden verliehen.
Muss man zwingend eine Brauerei auf seinem Gebiet haben, um ausgezeichnet zu werden?
Nein, das ist nicht zwingend. Die Braupräsenz kann sich auch durch eine historische Vergangenheit, Veranstaltungen, kulturelle Orte oder touristische bzw. gastronomische Aktivitäten rund um das Bier ausdrücken. Ein Dorf ohne Brauerei kann durchaus das Label erhalten, wenn es diese Kultur ausreichend gut aufwertet.
Wie funktioniert die Bewertung der Bewerbungen?
Eine unabhängige Jury, bestehend aus Experten der beBeer-Gemeinschaft aus der Brauwelt und den Gebieten, analysiert die Bewerbungen anhand des Kriterienrasters. Der Prozess dauert maximal einen Monat. Die Entscheidungen sind endgültig. Jedes Jahr können zusätzliche Elemente für eine zukünftige Bewerbung oder für den Erhalt eines zusätzlichen „Hopfens“ berücksichtigt werden. Das Label ist für ein Kalenderjahr gültig.